Review
Various Artists - Heavy Metal Nation V & VI
Released: 20.10.2009
Label: Quam Libet Records
Genre: Metal
Homepage:
http://www.quamlibetrecords.ch
Die Schweizer Heavy Metal-Offensive hat bei vielen Fans in der Schweiz bereits eine Art Kultstatus erreicht. Das Label Quam Libet Records bietet dem geneigten Hörer in einer Reihe von Alben einen Rundblick auf die aktuelle Szene der noch unbekannten Metal-Bands. Nun sind auch die Scheiben "Heavy Metal Nation V" und "Heavy Metal Nation VI" erschienen. Grund genug mal genauer hinzuschauen.
Der Vorteil an einer solchen Zusammenfassung von Gruppen auf nur einer, oder in diesem Fall zwei Scheiben liegt praktisch auf der Hand. Man bekommt die Möglichkeit viele neue, vielleicht noch völlig unbekannte Bands zu hören, die anschließend vielleicht nach kurzer Zeit schon mit einer eigenen CD in der privaten Sammlung auftauchen. Man bekommt einen Einblick in die spielerischen Eigenschaften und somit eine Entscheidungshilfe für Fragen wie "Welche Band unterstütze ich?", "Gehe ich zu einem Konzert dieser Gruppe" und "Welches Projekt macht sich gut bei mir zu Hause im CD-Player?". Schon allein deswegen ist es also immer eine Überlegung wert, sich ein solches Sammelsurium anzuschaffen.
Doch auch von der Hörbarkeit an sich lässt sich kein Qualitätsmangel bescheinigen. Im Gegenteil. Einige Bands machen einen ausnehmend guten Eindruck, andere schaffen es sogar mit erstklassigen Songs aufzuwarten.
Gleich als Opener von "Heavy Metal Nation V" beweist sich zum Beispiel die Band Rizon mit einem eindrucksvollen Song. Präsentiert wird eine sehr melodische Art des Heavy Metal. Die Mischung aus weiblichem und männlichem Gesang springt sofort hervor und schafft es so, einen ziemlich guten Anfang abzugeben.
Auch Pigskin, die an fünfter Stelle der selben CD ihren Auftritt mit "Before I Die" bekommen, machen anständige Musik. Der Metalcore, natürlich direkt aus der Schweiz, weißt einige ganz besondere Eigenheiten auf, wie zum Beispiel viele unverhoffte Breaks, die den Song zu einem der besseren auf dem Sampler machen.
Auch "Rocket Man" von gehört zu den besseren Songs. Der Heavy Metal des Projektes Dr. Cranknstein erinnert am ehesten an vergangene Songs aus den 70er und 80er Jahren, ist aber gerade deswegen nicht langweilig, sondern schafft ein wenig Nostalgie. Diese wird dann natürlich fortgesetzt, zum Beispiel mit "Jackpot" von den Sliks. Hier geht die Musik dann noch etwas weiter Richtung traditionellem Hard und Glam Rock.
Eine ganz witzige Mischung aus älteren Ansätzen und modernem Todesmetal finden dann Clank Clark. In ihrem Song "All Systems" wird sowohl in immer den selben rhythmischen Sequenzen auf die Drums gehauen, als auch ein guturaler Gesang verwendet, was insgesamt zu einem sehr interessanten, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Song führt.
Der Abschluss ist dann nicht mehr ganz so erwähnenswert. Auf "Heavy Metal Nation VI" geht es aber wie gesagt lustig weiter und so machen hier Me And The Rest einen furiosen Start an zweiter Stell der Scheibe. Mit "Evil" wird klassischer Heavy Metal präsentiert, der es in sich hat. Ein eingängiger Text und eine ansprechende Melodie tun ihr übriges. Direkt im Anschluss folgen Polution, die mit ihrer Musik demselben Stil noch einen moderneren Teil verpassen, der durchaus zu Vergleichen mit Bands wie Rebellion führen könnte.
Tenebra bringen mit "Scandalous Lie" an fünfter Stelle einen Song, der dann endlich mal wieder ans Eingemachte geht. Ein durchweg guter Death Metal mit vielen guten Melodien, die dahingehend fast zum Progressiven neigen. Tenebar machen keine Musik, sie feiern sie und gehören darum auch zu einer der besten Bands auf beiden CDs zusammen.
Erst fünf lange Songs später kommt ein weiterer Höhepunkt mit Cervoholics, die ihren Track "Revenge“" nicht nur gut, sondern das erste Mal wirklich female-fronted in Szene setzen. Kurz darauf kommen allerdings schon wieder ein paar Death Metal Runden, die den Mädels leider deutlich den Rang ablaufen. Auch wenn Minhyriath und Hellvetica schon nicht schlecht waren, so schaffen es doch erst Breakdown Of Sanity die Todesmusik in den Vordergrund zu rücken.
Insgesamt waren das aber nun auch endlich die besten Bands, auch wenn ich nicht sagen will, dass die anderen totale Ausfälle waren. Nein. Alles in allem konnte keiner einen wirklichen Verriss für sich verbuchen. Alles war mindestens in Ordnung. Auch deswegen hier noch mal meine Empfehlung: Leute hört rein, auch wenn es sich jetzt noch vornehmlich um unbekannte, meist Schweizer handelt! Es lohnt sich. 3,5 Gitarren!
Tracklist
Heavy Metal Nation V
*01. RIZON - Gates Of Oblivion
*02. SHEZOO - The Executioner
*03. EXCELSIS - Armour Of Gods (HMN edit)
*04. BLASTED - Fly
*05. PIGSKIN - Before I Die
*06. SOULLESS - Illusions Of The Subconscious
*07. NIHILO - Once Upon A Time On A Frozen Lake
*08. TIMOR - Prophet – Messiah – Deceiver
*09. DR. CRANKNSTEIN - Rocket-Man
*10. GUITARDANI - Living The Hard Way
*11. THUNDER-X - Unchained
*12. SLIKS - Jackpot
*13. SICORION - Beyond World
*14. SEPTIC CHRIST - Thrashin’ With Style
*15. CLARK CLANK - All Systems
*16. DISOBEDIENCE - Walk The Way
*17. DRYBURN - Life After Death
*18. PREGNANCY - Waste Myself
*19. CHAPTER II feat. NATALIE CHANDRA - Sulphur Anima
Heavy Metal Nation VI
*01. THE FORCE - Break Free (Prisoner’s Song)
*02. ME AND THE REST - Evil
*03. PORNOLÉ - Flynn
*04. TENEBRA - Scandalous Lie
*05. ESKEYPE - Under The Nation
*06. 23rd GRADE OF EVIL - Burn Inside
*07. NAKARUGA - Fear Nothing But Nothingness
*08. BEHIND ENEMY LINES - Passion
*09. RØSTRØKR - In The Trenches
*10. POLUTION - Obsessed
*11. CERVOHOLICS - Revenge
*12. MINHYRIATH - In Béorn's Hall (HMN mix)
*13. HELLVETICA - New Hate
*14. BREAKDOWN OF SANITY - Read My Lips
*15. FRAGMENT OF SYMMETRY - Break The Noise
*16. DUALITY OF MIND - Feel Stones Breaking
*17. REIGN OF SILENCE - Black Unicorn
*18. PŸLON - Dream A Dream
*19. SIN STARLETT - Black Magic Sky
Score 3,5 von 5 Gitarren

Gou