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Bewertungen

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Review


ASP - Fremd

Released: 21.10.2011
Label: Trisol / Gothic Novel Rock Records / Soulfood
Genre: Gothic Rock / "Novel Rock"
Homepage: http://www.aspswelten.de/

Der Name dieser Band, die definitiv zu einen der Größen der deutschen Gothic Rock Szene zu zählen ist, wird den Wenigsten wirklich fremd sein und doch wird der geneigte Hörer auf dem neuen Album von ASP einiges als fremdartig empfinden. Mit dem siebten regulären Studioalbum erfindet die Band rund um Mastermind Alexander Frank Spreng weder das Rad, noch sich selbst völlig neu und dennoch ist mit dem Beginn des neuen "Fremder-Zyklus" ein solider Grundstein gelegt worden für eine Zukunft, in der weder Fans noch Künstler selbst dem Schwarzen Schmetterling lange hinter her zu trauern haben.

Die Spuren des alten "Der Schwarze Schmetterling-Zyklus" sind noch nicht vollkommen verwischt und so ziert das Cover des neuen "Fremd"-Albums ebenfalls ein Bild des schwarzen Wegbegleiters vergangener Tage. Auch musikalisch wurde die ein oder andere Brücke geschlagen, so findet man beispielsweise ein bereits bekannten Text in der Vorabsingle "Wechselbalg" als Refrain wieder ("Das Innerste veräußern und aufs Äußerste verinnerlicht.Ein Wechselbalg, die Welt getauscht. Wir werden sehn"), der bereits in dem Song "So viel tiefer" als Intro Verwendung fand. Auch die Melodien der Stücke "Rücken an Rücken" und "Schön, schön, schön" lassen den Hörer an bereits Bekanntes denken, allerdings macht es diese Lieder deswegen nicht uninteressanter.

So gibt es auch deutliche Neuerungen, nicht zuletzt in der Besetzung, da Matthias Amré (Gitarrist und Produzent) nach zwölf Jahren gemeinsamen Musizierens die Band verlassen hat und von dem ehemaligen Umbra et Imago-Bassisten Lutz Demmler als festes Mitglied ersetzt wurde. Mit dem Abschluss der Metamorphose des alten Zyklus wurde darüber hinaus auch inhaltlich etwas neues begonnen: grundlegend ist der "(Song-)Schuster" bei seinen Leisten geblieben und Themen der Aus- und Abgrenzung, das Fremd-Sein, der Umgang miteinander und das Anders-Sein finden auch in den aktuellen Texten ihren Raum - aber die Sichtweise hat sich dennoch auffällig verschoben von einem fortlaufenden Prozess hin zu einem starren Zustand des Seins.

Der Spagat zwischen der Weiterentwicklung der eigenen Musik, jedoch ohne dabei die eigenen Wurzeln völlig aus den Augen zu verlieren, gelingen ASP überaus erfolgreich. Man hat an der ein oder anderen Stelle experimentiert und gewagt neue Wege zu probieren auf einem Album, welches symbolisch für einen Neubeginn nicht nur eines Zyklus, sondern womöglich der Band selbst stehen könnte. Als Beispiel ist dabei der Titel "Eisige Wirklichkeit" an zuführen, welcher mit seinen harten, durchgängigen Beats in den Strophen Anleihen von Industrialeinflüssen bekommt, bevor die Gitarre im Refrain zunächst wieder die Oberhand gewinnt. Einen Song später ("The Mysterious Vanishing of the Foremar Family")bekommt man dann eine Art gotisches Märchen erzählt, das musikalisch von Doom Metal-Klängen untermalt wird. Durch eine inhaltlich grausige Geschichte von dem unerklärlichen Verschwinden einer ganzen Familie wird dabei eine atmosphärische, düstere Stimmung erzeugt bei der die Band ihre Musik zu Recht als "Novel Rock" bezeichnen kann.

Auch der mit 17:06 Minuten auffallend überlange Song "Angstkathedrale (Canterburry Version)", der zunächst ruhig und etwas schwermütig beginnt, bevor er nach etwas mehr als der Hälfte deutlich an Geschwindigkeit gewinnt, beinhaltet Neues. So wird das Stück untermalt von einer Mischung aus Gitarre, Piano und einem Synthesizerklang, der stark an die 80er Jahre erinnert. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und musikalischen Variationen verliert man beim Hören des Stücks im Endeffekt, trotz seiner Überlänge, nicht das Interesse, was nahezu sinnbildlich für das komplette Album stehen kann.

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass zwar gerade mal neun Stücke den Weg auf das Album geschafft haben, dieses aber mit einer Länge von 66:59 Minuten seine Grenzen beinahe völlig ausschöpft. Der Versuch, die enthaltenden Stücke zusammen zu fassen, stellt sich trotz geringer Anzahl als keine einfache Aufgabe heraus, was aber auf die gute Qualität des Gesamtproduktes zurück zu führen ist: Charakter und Stil heben sich besonders durch den Facettenreichtum der Platte hervor, sie ist abwechslungsreich und sehr ästhetisch gehalten; frei nach dem Motto: Qualität statt Quantität! Trotz einer durchweg melancholischen Grundstimmung gelingt es auf dieser CD, unterschiedlichste Wege aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, zu verbessern und durch unterschiedlichste Stilmittel ein abwechslungsreiches, interessantes Werk zu präsentieren, welches mal düster, melancholisch und beinahe depressiv daher kommt um dann im nächsten Moment bereits wieder tanzbar und nahezu fröhlich zu wirken. Dabei profitiert die Musik von ASP einmal mehr von der Leistung des Sängers und Songwriters Alexander Frank Spreng, welcher nicht nur durch seinen ausdrucksstarken und unverwechselbaren Gesang dem Album seinen Wert verleiht, sondern insbesondere auch durch seine Texte.

Diese erschweren zwar den direkten Zugang zum Album, aber gerade durch die Verpflichtung zu einem mehrmaligen, intensivem Hören bleibt auch das kleinste Detail nicht unentdeckt. Doch bleibt gerade bei ASP die beste Möglichkeit ihre Musik zu verfolgen, wenn die Herren selber auf der Bühne stehen. Das dies mittlerweile bereits einigen bekannt ist sorgte dafür, dass es bereits mehrere Zusatzkonzerte auf der letzten Tour zum "Fremd"-Album gegeben hat und für das Frühjahr bereits sechs weitere angekündigt wurden. Bis dahin bleibt nicht nur den Fans ein mehr als gelungenes musikalisches Produkt, das mit seinem Buchähnlichen Hardcover inklusive einem 28-seitigen Booklet seinen Kauf in jedem Fall wert ist.

  • 1. A Prayer For Sanctuary
  • 2. Wechselbalg
  • 3. Eisige Wirklichkeit
  • 4. The Mysterious Vanishing Of The Foremar Family
  • 5. Rücken An Rücken
  • 6. Angstkathedrale (Canterbury Version)
  • 7. Schön Schön Schön
  • 8. FremdkörPerson Erstens
  • 9. Unverwandt

Score: 9 von 10 Punkten

Manu