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Review


Van Canto

Rosenhof, Osnabrück, 05.01.2012

Die weltweit einzige Metal A-Capella-Band zeigt im Osnabrücker "Rosenhof", dass Metal auch ohne Gitarren funktioniert.



Zugegebenermaßen hätte es mich am vergangenen Donnerstag wohl außerhalb meiner Tätigkeit für OsnaMetal nicht in den Rosenhof zu Van Canto geführt. Bisher hatte ich keine Berührungspunkte mit der Band und konnte mir unter A-Capella-Metal nun rein gar nichts vorstellen. Im Gegenteil beschäftigte mich eher die Frage, kann es ohne Gitarren überhaupt Metal sein? Also war ich doch sehr neugierig was mich erwarten wird.

Zunächst haben aber erstmal die beiden Vorbands ihren Auftritt. Den Konzertabend eröffnet In Legend. In Legend ist ein 2010 gegründetes Piano Metal-Projekt des Van Canto-Drummers Bastian Emig. Während in gewöhnlichen Bands Gitarren dominieren, steht bei In Legend das Piano im Mittelpunkt. Der Höhepunkt des Sets ist ein Duett mit Van Canto-Sängerin Inga Scharf.

Nach einer guten Stunde folgt Orden Ogan, eine deutsche Power-Metal-Band, die ihren eigenen Stil als Melodic Metal beschreibt. Einige Band T-shirts im Publikum lassen darauf schließen, dass Orden Ogan eigene Fans mit im Gepäck hat. Die fünf Bandmitglieder legen sich mächtig ins Zeug und das Publikum quittiert dies lautstark. Nicht zu letzt mit den “Fuck you Pussy” Rufen, die sich Orden Ogan einfordert, da sie nach eigener Aussage sonst immer die “Pussies” auf den Touren sind.

Nach einer weiteren Stunde ist es dann soweit: Das Licht geht erneut aus, Rakkatakka-Schlachtrufe ertönen im Publikum und Van Canto erscheint auf der Bühne. Mittlerweile ist der verwöhnte Konzertbesucher ja mehr oder weniger aufwendige Bühneninszenierungen wie Pyroshows und Ähnliches gewohnt. Bei Van Canto gibt es das nicht. Da hängt der Bandbanner an der Wand und die Bandmitglieder erscheinen in legerer straßentauglicher Bekleidung auf der Bühne. Schon bald ist klar, die Fünf + Drummer haben keine Schnörkel nötig. Die Band inszeniert sich selbst. Auf der Bühne befindet sich tatsächlich nur ein Schlagzeug aber bei geschlossenen Augen klingt es, als seien Gitarren und Keyboards anwesend.

Die Mischung aus Eigenkompositionen und gecoverten Klassikern wie Wishmaster von Nightwish macht scheinbar nicht nur der Band Spaß. Das Publikum feiert. Die Bandmitglieder kommen kaum zu Wort, werden immer wieder durch die legendären Rakkatakka Motherfucker-Schlachtrufe unterbrochen. Dies nutzt die Band sogleich, um das Publikum in zwei Parteien zu teilen, die sich gegenseitig lautstark mit dem jeweiligen Schlachtwort (eine Partei Rakkatakka, die zweite Partei Motherfucker) übertreffen sollen. Doch es geht auch besinnlicher zu wie z. B. bei der Ballade The Last Night Of The Kings. Als letzten Song vor der Zugabe gibt Van Canto noch ein Medley zum Besten.

Dann verschwindet Van Canto der Form halber von der Bühne, wenngleich klar ist, ohne Zugabe wird diese Band nicht entlassen. Nach einigen Rakkatakka Motherfucker-Rufen kommt Van Canto zurück auf die Bretter und es wird Fear Of The Dark vorgetragen. Last but not least treffen sich Inga und Bastian noch einmal am Piano und lassen den Abend mit Master Of The Wind ausklingen.

Ein wirklich beeindruckendes Konzert geht damit zu Ende. Die Band hat mich absolut überzeugt. Die verstehen ihr Handwerk oder eigentlich müsste es in diesem Fall ja Stimmwerk heissen. Meine Frage, ob Metal auch A-Capella funktioniert kann ich eindeutig mit „ja“ beantworten. Sehr gerne wieder live!

Setlist Van Canto:

  • Seller of Souls
  • Wishmaster
  • Neuer Wind
  • Rebellion
  • One To Ten
  • Last Night of The Kings
  • Black Wings of Hate
  • Lost Forever
  • Primo Victoria
  • Water Fire Heaven Earth
  • Bard`s Song
  • To Sing a Metal Song
  • Mission/Muppets
  • Fear Of The Dark
  • Master of The Wind

Bericht: Blackflower
Fotos: Marianna